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  • Nick

il est dix-neuf heures quinze


Sonnenuntergang an der Elbpromenade zwischen Baumwall und Landungsbrücken. Es ist 19:25 Uhr. Der Himmel wird am Horizont schon glühend rot und finster, und obwohl es ein Dienstagabend ist, unter der Woche, während Corona und am Herbstanfang, ist das Flussufer doch voller Menschen.


Gerade gehen die Straßenlaternen an. Es spaziert ein junges Paar vorüber, divers gekleidet. Das Mädchen unbedeutend, in hochglänzender Moncler Jacke und weißen Air Force One. Der Mann stilsicher mit Schiebermütze und hochgestelltem Filzfrack. Wie ein Peaky Blinders Cosplay.


Auf und ab stehen Musiker am Wasser und bespielen die Touristen: eingangs ein Cellospieler und einer mit einem nicht näher definierbaren Blasinstrument. Nach rechts hin steht ein Freestylerapper mit zu großen Schuhen und einer tragbaren Boombox und etwa hundert Meter weiter ein Trio bestehend aus einem Gitarristen, einem Bongospieler und einem, der auf dem Boden saß und auf so einer Hippie-Wok-Klangschale herum trommelte.


Langsam wurde es kalt und dunkel, und ich liebte jeden Moment davon, liebte wie sich die grundverschiedenste Musik zu einem großen Meer aus Lebendigkeit verband: wenn auch nicht schön oder gut verständlich, dann zumindest voller Lebenslust.

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Von dem sitzen, lesen, schreiben in Cafés habe ich mich nun weiterentwickelt, bin aufgestiegen zur nächsten Stufe von hoffnungslos romantischen Kulturschaffenden: heute sitze ich im Ansichtsbereich de